Geschichte der Insel Römö

Römö ist die südlichste Nordseeinsel Dänemarks. Die Wattenmeerinsel, gezeichnet von Ebbe und Flut, ist nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Das dänische Kleinod ist ganz leicht mit dem Auto zu erreichen, da die Insel mit dem Festland über einen Damm verbunden ist. Aus geologischer Sicht ist Römö noch eine recht junge Insel. Ursprünglich war da nur eine Sandbank, bis die letzte Eiszeit daraus eine Insel mit Dünenketten und Marschland formte. Bereits im 12. Jahrhundert wurde sie erstmalig urkundlich erwähnt, als Eigentum des Sankt-Knud-Klosters in Odense. Doch erst im 13. Jahrhundert kamen die ersten Siedler. Anfangs ernährten sie sich mühsam vom Fischfang und Viehzucht. Ackerbau war kaum möglich, der ewig fliegende Sand lässt kaum etwas gedeihen. Das ständige Sandtreiben ist für die Insel beinahe eine größere Gefahr als das Meer, weshalb Römö auch die „dänische Wüste“ genannt wird. 1229 wird sie im Erdbuch von König Waldemar als Krongut benannt.

Nach 1290 kaufte das Kloster in Ribe sehr viel Land der Insel Römö und gewann sehr viel Einfluss. Als der Hafen von Ribe im 16. Jahrhundert für große Schiffe nicht mehr passierbar war, übernahm die Insel Römö die Funktion eines Hochseehafens und die Seefahrt gewann eine große Bedeutung. Dann ein tiefer Einschnitt: es kam der 30 jährigen Krieg (1618-1648) und mit ihm die kaiserlichen Heere, die die Insel besetzten und verwüsteten. In der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 1634 suchte die Burchadiflut die Insel heim. Damit traf diese verheerende Sturmflut die Insel ausgerechnet in einer Zeit ökonomischer Schwäche. Das Land, die Menschen und demzufolge auch die Instandhaltung der Küstenschutzanlagen litten unter dem nicht enden wollenden Krieg und folglich konnten die Deiche die Gewalt des Wassers nicht aufhalten. Als man im 17. Jahrhundert damit begann, Wale und Robben zu jagen, brach für die Insel das „Goldene Zeitalter“ an. Nun kam der Reichtum auf die Insel und noch heute legen die schönen, alten Häuser Zeugnis ab vom einstigen Wohlstand auf Römö. Diese Blütezeit wirkt ebenso wie die darauf folgende Ära der Handelsseefahrt bis heute nach.

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Die erste öffentliche Schule Dänemarks wurde auf Römö in der Stadt Toftum im 18. Jahrhundert errichtet. Die Lage in der dänisch-deutschen Grenzregion prägte die geschichtliche Entwicklung maßgeblich. Der Südteil der Insel war bis 1864 eine königliche Enklave des Königreiches Dänemark, während der Nordteil der Insel dem Schleswigschen Herzog unterstand. In der Zeit von 1864 bis 1920, also vom Deutsch-Dänischen Krieg bis zur Volksabstimmung in Schleswig, gehörte die Insel zu Schleswig-Holstein. Danach gehörte sie bis Ende 2006 zum Sönderjyllands Amt und heute zur Region Süddänemark. Auch der Zweite Weltkrieg hinterließ seine Spuren auf der Insel. Ca. 52 Bunker wurden auf Römö von den Deutschen angelegt. Sie gehörten zum Atlantik-Wall. Die Menschen der Insel wurden glücklicherweise weitesgehend von diesem Krieg verschont. Nur ein mit dem Kriege direkt zusammenhängendes Todesopfer soll es auf der Insel gegeben haben. Mittlerweile wurden viele Bunker für eine Besichtung wieder hergerichtet. Sie können im Rahmen einer Führung erkundet werden.